Scharfe Messer und Hochmut

Neulich saßen der Mann in Schwarz und ich gemütlich beim Bäcker und wollten frühstücken. Frische, köstlich schmeckende Brötchen, Aufschnitt, Rührei, Milchkaffee alles lag zum Verzehr bereit vor mir.

Gierig (wie ich nun mal so bin, beim Essen) schnappte ich mir ein Brötchen und griff nach dem Brötchenmesser, um es aufzuschneiden. Dabei musste ich (breit grinsend) an ein Ereignis denken, was sich vor einer Weile bei uns in der Küche abgespielt hat. Pamela Pragmatisch war zum Frühstücken bei mir und schnitt mit einem Brotmesser ihr Brötchen auf. Zwei Sekunden später tropfte Blut von ihrer Hand auf den Küchenfußboden.  Erschrocken sah sie erst die Wunde und dann mich an.

„Das ist ja scharf!!!“, sagte sie, in ihrem ganz eigenen Tonfall für solche Momente.

„Äh ja, das ist ein Brotmesser, die sind immer scharf.“. Mit diesen Worten kramte ich auch schon in dem Erste-Hilfe-Schrank rum, um nach einem Pflaster zu suchen. (Sollte mir das eigentlich zu denken geben, das wir für Erste Hilfe einen ganzen Schrank haben? Ha! Ne, die Geschirrhandtücher sind auch in dem Schrank!)

„Da kann man sich doch schneiden! Bei uns sind die Messer alle stumpf!“.

„Wa? Warum sollte ich hier ein stumpfes Messer aufbewahren? Ne, ein Messer muss scharf sein!“.

Also ehrlich jetzt mal, warum sollte ich ein stumpfes Messer (die ich aussortiere um damit draußen die Fugen sauber zu kratzen) in der Küche haben? Ich will doch etwas damit schneiden und das geht nun mal am besten, wenn es scharf ist!

„Das ist scharf, da kann man sich weh tun!“.

„Bei einem erwachsenem, gesundem Menschen gehe ich davon aus, das er damit umgehen kann, ohne sich zu verletzen.“. (Angeblich soll ich gesagt haben, sie sei zu blöd um ein scharfes Messer zu benutzen ohne sich zu schneiden. Das kann ich mir aber mal so gar nicht vorstellen…).

Einig sind wir uns bis heute nicht geworden. Sobald eine von uns ein scharfes (oder stumpfes) Messer in der Hand hat geht die Diskussion wieder von vorne los.

Aber kommen wir wieder zurück zu dem gemütlichen Frühstück beim Bäcker zurück!

Ich schnitt gerade mein Brötchen durch, musste dabei wie schon gesagt (breit grinsend) an Pamela Pragmatisch denken und erhielt zwei Sekunden später die Strafe für meinen Hochmut. Anstatt des Brötchens hatte ich mir erfolgreich den Handballen aufgeschnitten. Ein fieser Schmerz zog durch meinen Körper und Blut tropfte auf den Tisch vor mir. Glaube ich jedenfalls. Gesehen habe ich das nicht, weil ich kann kein Blut sehen. Mein eigenes schon mal gar nicht, davon wird mir übel. Der Mann in Schwarz reichte mir eine Serviette, die ich ohne hinzusehen auf die Wunde presste. Zum Glück war nach ein paar Minuten alles wieder gut und ich konnte frühstücken.

Trotz meines dramatischen Schnittes bleibe ich bei meiner Meinung, Messer müssen scharf sein! Man sollte einfach nur konzentriert bei der Sache sein und sich nicht ablenken lassen. Wie in diesem Fall von dummen Hochmut!

 

PS: Natürlich habe ich das ganze Pamela Pragmatisch erzählt. Und was sagt sie?

„Also besorgst du dir jetzt endlich stumpfe Messer oder was?!“

Ist das zu fassen?

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2 Gedanken zu “Scharfe Messer und Hochmut”

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