Morgenmuffel, Leben am Limit

Ich bin der totale Morgenmuffel.

Das habe ich mir schon früh antrainiert (oder wurde es mir antrainiert?). Meine nächste weibliche Verwandte hat Morgens noch nicht mal die Augen ganz auf , schon singt und pfeift sie lustig vor sich hin. Neuer Tag, neue Chance, neues Glück! Morgenstunde hat Gold im Munde!

Ja, ja, aber doch nicht um diese Zeit!

Mein Wecker geht morgens an und ich bin (fast) jedesmal total verwirrt. Was hier los (Eckart die Russen kommen! Nu tu doch ma wat!) ? Wieso ist hier so laute Musik oder wer labert um diese frühe Stunde schon soviel Müll?

Ach ja, aufstehen. Neuer Tag, neue Chance, neues Glück. Irgendwas mit vergoldetem Mund, bla bla

Mit Schmackes fliegt meine Hand auf die Schlummertaste vom Radio. Mindestens 2 Mal.

Irgendwann muss ich dann aufstehen. Im Winter grundsätzlich ohne Licht anzumachen (wehe jemand verstellt irgendwelche Möbel oder Dinge gegen die ich dann laufen würde) geht es ins Badezimmer. Auf dem Klo (Überraschung! auch ich habe menschliche Bedürfnisse) muss ich meinen Kopf stützen, war der schon immer so schwer? Augen halb geöffnet.

Danach mache ich eine kleine Funzel (kleine Lampe) an, die das Bad in (schummriges) Licht taucht, und mich heftig zum blinzeln bringt. Bin ich hier im Fussballstadion oder was? Der Griff zur Zahnbürste und zur Zahnpasta folgt, die hoffentlich auch Zahnpasta und nicht Handcreme ist. Sie lachen? Ist mir leider schon öfter passiert als ich zuzugeben bereit bin. Creme, egal welche Duft Richtung, schmeckt im Mund abscheulich, braucht also keiner nachmachen.

Zähne putzend tapse ich zum Radio und stelle es an. Irgendjemand muss mir ja erzählen was draußen für Wetter ist. Ich schaue doch nicht raus, geschweige denn prüfe ich, was draußen für Temperaturen sind.

Sämtliche Waschungen (ich dusche/bade grundsätzlich Abends. Morgens kommt mir das immer wie ein Selbstmordkommando vor) erledige ich im Schummer Licht.

Auf dem Weg zum Kleiderschrank einen sehnsuchtsvollen Blick Richtung Bett werfen und tief seufzen. Da ich Farben nicht erfühlen kann, muss ich jetzt doch Licht anmachen. Also so richtiges, helles, grelles. Hand auf den Schalter legen, Augen zusammen kneifen, Lichtschalter drücken. Stöhnen. Eine Weile warten und dann ganz vorsichtig die Augen öffnen. Wieder laut stöhnen, weil das Licht blendet (diesmal sind es aber wirklich Stadionscheinwerfer, ich schwöre!). Vorm Schrank stehen, sich ärgern, weil man als Frau niemals was vernünftiges zum anziehen hat.

(Kennen Sie das auch, neulich erst hatte ich die Jeans mit dem Pullover an. Sah super aus. Zwei Woche später frage ich mich, wie konnte ich das nur anziehen!)

Jetzt wird die Laune natürlich richtig schlecht, weil, ich möchte unbedingt das dünne Blümchenkleid anziehen, was bei 3 Grad Außentemperatur eine echte Kack Idee ist. Also doch was dickeres anziehen. Das Blümchenkleid sieht mich beleidigt an, ich den dicken Rollkragenpullover, den ich stattdessen trage.

Ans Licht habe ich mich gewöhnt, angezogen bin ich auch, ab geht es in die Küche. Kaffee ich komme! (Ähm, der übrigens Koffeinfrei ist, sag ich meinem Körper aber nicht)

Erster Schluck Kaffee intus. Aber noch gilt, man wage es nicht mich anzusprechen!!

Das weiß der Mann in Schwarz, der kennt mich halt schon länger, und wartet in seiner unendlichen Geduld, bis ich von selbst bereit bin das erste Wort des Tages von mir zu geben. Und wenn ich hier Wort schreiben, dann meine ich das auch. Ganze Sätze werden von mir grundsätzlich erst eine Stunde nach dem Aufstehen gesprochen.

Bis dahin bin ich immer noch damit beschäftigt wach zu werden, mich darüber zu ärgern das aus dem fetten Lottojackpot nichts geworden ist und ich immer noch mit Wecker aufstehen musste, das es viel zu hell ist, das viel zu viele Geräusche um mich sind und sowie so und überhaupt.

Mit dem Kaffee geht es denn auf die gemütliche Eckbank, Buch in der Hand und dann wird die nächste halbe Stunde erstmal in Ruhe gelesen. Soweit ich denn meine Lesebrille gefunden habe, und das nicht schon wieder ein neuer Grund ist um sich zu ärgern am frühen Morgen.

Leben am Limit, sag ich da nur!

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9 Gedanken zu “Morgenmuffel, Leben am Limit”

  1. WAT????
    Morgens lesen?
    Dat geht ja gaaaaaarnich… da renn ich doch lieber mit ´nem Putzlappen durch die Bude… denn wie heißt es so schön?
    „DAS BISSCHEN HAUSHALT MACHT SICH VON ALLEIN“…
    LG
    duckundwech

    Gefällt 1 Person

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