Selbstliebe

Ich für meinen Teil kann sagen, erst mit dem Älter werden, fange ich an zu begreifen, was das wirklich und wahrhaftig bedeutet mich selber zu lieben.

Mir selber zu verzeihen. Und glaubt mir, ich habe Fehler in meinem Leben gemacht, bei denen ich selber schon vorher genau gewusst habe, das wird jetzt aber mal so richtig RICHTIG scheisse! Gemacht habe ich sie trotzdem. Mit Anlauf und Köpper, hinein ins Unglück. Habe Entscheidungen getroffen die nicht gut, scheisse, unüberlegt waren. Aber ich bin dabei zu lernen sie mir zu verzeihen.

Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. Einige Dinge in meiner Vergangenheit würde ich gerne ausradieren, auslöschen, rückgängig, anders machen. Kann ich aber nicht, die Vergangenheit ist nun mal vergangen. Ich lerne damit zu leben.

Mir selber Gutes tun, Dinge die ich liebe tun. Ohne schlechtem Gewissen einen Nachmittag (oder Vormittag, oder den ganzen Tag) damit zu verbringen ein Buch zu lesen. Mich mit meinen Freundinnen einfach mal betrinken, am helllichtem Tag. Spazieren gehen und den Blick durch die Natur schweifen zu lassen, ohne ständig an andere „Aufgaben“ zu denken. Jede Woche einen schönen Strauß Blumen auf den Tisch stellen und mich an dem Duft und der Pracht zu erfreuen, ohne an das Geld dafür zu denken. Filme sehen die mich zum lachen bringen und nicht zum weinen oder mich deprimieren. Mich selber fühlen und genießen.

Dinge die mir nicht gut tun, nicht mehr zu machen. Es liegt einfach in meiner Natur, dass ich möchte, dass es meinen Lieben gut geht. Das wird sich auch nicht mehr ändern. Aber dazu gehört auch Grenzen setzen, Nein sagen, wenn ich merke ich kann nicht mehr und brauche Zeit für mich, zur Erholung, zum Kraft tanken.

Mich nicht für mich zu schämen. Auch wenn ich nicht viel auf Sternzeichen gebe, aber ich bin Löwe. Mit allem was dazu gehört. Begeisterungsfähig, beharrlich, beschützend, charmant, dynamisch, energisch, entschlossen, extrovertiert, feurig, führungsstark, gerecht, großmütig, großzügig, herzlich, kraftvoll, kreativ, lebensfreudig, leidenschaftlich, liebenswürdig, mutig, natürlich, offen, optimistisch, risikofreudig, schöpferisch, selbständig, selbstbewusst, stolz, tatkräftig, treu, unerschrocken, verspielt, wettbewerbsfreudig, willensstark und würdevoll, arrogant, dominant, eigensinnig, gefallsüchtig, großspurig, herrschsüchtig, intolerant, selbstherrlich, stur, überheblich, unberechenbar, verschwenderisch und verletzend.

Was andere über mich denken, kann ich nicht ändern. Ich bin wie ich bin, Ende.

Für mich selber einstehen, egal was andere davon halten. Sehr oft habe ich in meinem Leben Sätze wie folgende gehört „Das ist nicht dein Ernst!“ „Das kannst du nicht machen!“ „Wieso machst du das?“ „Das ist nicht gut“ „Das wird nicht gut gehen!“

Ganz ehrlich, wenn ich immer auf die Menschen gehört hätte, die mir (oft) solche Sätze vor und oft auch ungefragt an den Kopf geknallt haben, wäre ich heute nicht die Frau die ich bin und schon gar nicht die tolle Frau die ich noch vorhabe zu werden. Ätsch bätsch.

Meine eigenen Fehler erkennen. Hä? Jaha, schon gut. Mein größter Fehler, zumindest in meinen Augen ist mein Stolz. Auch wenn er in manchen Bereichen hilfreich sein kann, mit viel Stolz steht man sich sehr oft, sehr blöde, sehr im Wege. Aber ich arbeite daran, zum Beispiel in dem ich das hier heute ganz offen zu gebe. Ein weiterer Fehler ist meine Ungeduld mit mir selber. Was ich anderen an zu viel Geduld entgegen bringen, spare ich bei mir selber ein. Ich weiß auch, dass ich zu einer gewissen Dominanz neige, die aber nicht absichtlich passiert und auch nicht böse oder herablassend gemeint ist.

Meine Macken lieben. Ich liebe es vor dem Fernseher zu essen. Ich mag außer der Zahl 13 keine ungeraden Zahlen. Bevor ich meine Wohnung verlasse, gehe ich mindestens 2 mal aufs Klo. Leer Milchtüten (oder Safttüten) müssen immer gefaltet werden bevor sie im Müll landen. Ich kann beim Schuhe kaufen schlecht nein sagen. Zuerst esse ich Wurst oder Käse auf Brot/Brötchen, Süßes immer am Ende, außerdem muss ich bei frisch aufgebackenen Brötchen immer das Weiche raus puhlen, dick mit Butter bestreichen und mir so in den Mund stopfen. Ach ja, und ich lecke immer mein Messer ab. Ich schließe mein Auto immer 2 mal ab. Ich habe grundsätzlich viel zu viel Shampoo und Duschgel, und Schuhe. Ich lasse die Folie an neuen Geräten so lange dran bis es wirklich nicht mehr geht, und dann erst mache ich sie ab. Und nur ICH darf sie ab machen! Wenn das jemand anderes macht, kann ich zur Furie werden. Ich muss Silvester immer alles geputzt, Auto vollgetankt und Geld im Portemonnaie haben. Ich kann im Dunkeln nicht die Füße aus dem Bett baumeln lassen, aus Angst vor Monstern. Mir krümmen sich die Zehennägel, wenn jemand dem und den verwechselt, bekomme es aber oft selber nicht geschissen das mit zwei s zu schreiben. Ich fahre, laufe, gehe nicht gerne über Brücken. Auch wenn ich nicht singen kann, ich singe immer laut mit!

All das und noch viel mehr gehört zur Selbstliebe. Ich bekomme das schon noch hin!

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